Ein Erfahrungsbericht: In 8 Wochen zu mehr Selbst-Mitgefühl (Teil 1)

Seit gestern wage ich ein neues spannendes „Experiment“ in Sachen Selbst-Erfahrung: Bis Weihnachten lerne ich alles zum Thema Selbst-Mitgefühl in einem 8-wöchigen MSC-Kurs. Und was ich auf dieser Reise so erlebe, erfahrt ihr natürlich auf meinem Blog....! 

Wie ich überhaupt auf diese Idee kam…

  1. Die perfekte Zeit: Da ich von so vielen Schon-Mamas den guten Rat bekommen habe, ich solle die Zeit bis zur Geburt unbedingt noch FÜR MICH nutzen (denn sobald man ein Kind hat, hat man nur noch seeeehr wenig Zeit für sich..), nahm ich ihn mir zu Herzen und überlegte, was mit wachsendem Bauch überhaupt machbar ist. Denn Fallschirmspringen, eine Fernreise durch Asien etc. sind gerade nun mal gerade nicht drin ;)…
  2. Meine Neugierde: Seit langem überlege ich an einen 8-wöchigen MBSR-Kurs („Mindfulness-Based Stress Reduction“) teilzunehmen, also Stress-Abbau durch Achtsamkeit. Durch Yoga wende ich zwar jeden Tag schon den Grundgedanken von Achtsamkeit an, aber ich wollte mehr in die Tiefe gehen…Und als ich bei verschiedenen Anbietern stöberte, stieß ich auf den MSC-Kurs („Mindful self-compassion), von dem ich bis dahin noch nie gehört hatte. Das hat mich natürlich neugierig gemacht.... - Und nachdem ich mich etwas eingelesen hatte, war die Entscheidung schnell getroffen: Ich bin beim 8-Wochen-MSC-Kurs dabei :)!

Was hat es mit dem MSC-Kurs auf sich?

Die Idee und das Konzept des Kurses wurden von der amerikanischen Wissenschaftlerin Kristin Neff entwickelt. Ihre Forschungen haben gezeigt, dass Selbstmitgefühl zu mehr emotionalem Wohlbefinden, Glück und Zufriedenheit führt. Außerdem vermindert Selbst-Mitgefühl Stress, Angstgefühle und depressive Stimmungen. Es gibt bisher leider nur ein paar wenige Anbieter der Kurse im Raum Mainz/ Wiesbaden, und das Konzept ist noch nicht so weit verbreitet wie MBSR, da es wesentlicher neuer ist. Der Kurs besteht immer aus 8 Kursen à 2,5-3 Stunden und einem Retreat-Tag, an dem man sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigt. 

 

Alle Anbieter des Kurses sollten sich recht eng an das vorgegebene Konzept halten, sodass man überall auf der Welt das gleiche vermittelt bekommt, wenn man an einem MSC-Kurs teilnimmt. 

Was bedeutet Selbst-Mitgefühl?

“Um wahres Mitgefühl mit anderen zu empfinden, benötigen wir zunächst selbst ein Fundament, auf dem wir Mitgefühl kultivieren können. Dieses Fundament besteht in der Fähigkeit, sich mit den eigenen Gefühlen in Verbindung zu bringen und für das eigene Wohlergehen zu sorgen. Mitgefühl für andere bedarf des Mitgefühls für sich selbst.“

(SH der 14. Dalai Lama)

Es gibt drei Säulen, auf denen Selbst-Mitgefühl basiert: 

  1. Freundlichkeit mit uns selbst: Wir gehen in schwierigen Situationen mit uns selbst so gütig und offen um, wie wir auch mit unseren Freunden umgehen würden - besonders, wenn es jemandem schlecht geht. 
  2. Ein achtsames Bewusstsein: Wir werden uns dem gegenwärtigen Moment bewusst und nehmen ihn ohne Bewertung an.
  3. Mitmenschlichkeit: Wir lernen zu erkennen, dass alle Menschen ähnliches erfahren und wir mit unseren Problemen nie alleine sind. 

Besonders wichtig finde ich das Konzept von Selbst-Mitgefühl, weil wir in schwierigen Situationen ganz oft wahnsinnig selbst-kritisch mit uns umgehen. Indem uns unser innerer Kritiker immer wieder sagt, dass wir nicht gut genug sind, oder wieder mal Fehler gemacht haben, werten wir uns innerlich ab. Dies ist zwar eine Form von Motivation, um besser zu werden; allerdings ist sie sehr destruktiv! Wir sind also leider oft alles andere als freundlich mit uns selbst...

ACHTUNG: Selbst-Mitgefühl wird gerne verwechselt mit Selbst-Mitleid oder Selbst-Wertgefühl! 

Meine ersten Eindrücke vom Kurs

Wir sind eine Gruppe von 11 ganz unterschiedlicher Menschen aus allen Altersgruppen, die die Offenheit für und das Interesse an diesem sehr persönlichen Thema teilen. Mir war jeder einzelne aus dem Kurs direkt sympathisch und ich freue mich riesig darauf, dass wir uns in den nächsten Wochen noch besser kennenlernen werden! Jeder bringt seine eigene Geschichte und seine eigenen Beweggründe für diesen Kurs mit, und das macht, finde ich, einen solchen Austausch absolut spannend und noch lehrreicher. 

 

Die ebenso sympathische Kurs-Leiterin Katrin Seidenfaden schafft schon beim Tee-Trinken vorab eine lockere und entspannte Atmosphäre, sodass eigentlich keine Scheu vorm Aufeinander-Zugehen aufkommen kann….

 

Der erste Kurs war eine Mischung aus einführender Theorie zum Thema, erster Übungen in Form von kurzen Meditationen, in denen wir bestimmte Aufgaben hatten (z.B. „Warum bin ich eigentlich hier?“), und anschließendem Austausch in kleinen Gruppen über das, was wir während der Meditationen gefühlt / wahrgenommen haben. Außerdem haben wir die Hausaufgabe bekommen, die erlernten Übungen zu Hause zu vertiefen.

 

Nach dem Kurs fühlte ich mich fast schon ein wenig euphorisch, weil ich so dankbar und glücklich darüber war, tatsächlich an dem Kurs teilnehmen zu können…

 

Nächste Woche geht's weiter und ich bin wahnsinnig neugierig, welche Erfahrungen mich noch erwarten. Und natürlich erfahrt ihr hier auf meinem Blog davon! :)


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