Warum Innehalten im Weihnachtstrubel so gut tut

Wie wunderschön die Weihnachtszeit doch ist…: Die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel, Weihnachtsmärkte, Kerzen zu Adventssonntagen, und überall der verführerische Duft nach Maronen, Weihnachtsplätzchen und Glühwein (für mich gibt’s dieses Jahr Kinderpunsch ;)). Es schwingt dabei so viel Vorfreude auf Weihnachten und Besinnlichkeit mit, dass man sich eigentlich rundum wohl und glücklich fühlen sollte, oder? 

Das Dilemma: Wir wollen alles auf einmal

Doch jedes Jahr das gleiche Dilemma: Weihnachten bringt so viele To Do‘s mit sich, dass die vorweihnachtliche Zeit in Stress ausartet, weil wir so viel unter einen Hut bekommen möchten. Jeder zerrt an uns, wir haben zig Freizeit-Pläne, die perfekten Geschenke müssen noch her und dann schlägt uns vielleicht noch die Dunkelheit auf die Stimmung…

Hallo Stress: Autopilot-Modus & negative Denkmuster

In stressigen Zeiten wie der Vorweihnachtszeit schalten wir in den Autopilot-Modus und tendieren dazu, noch weniger achtsam und liebevoll mit uns umzugehen als wir es ohnehin tun. In diesem Modus werden unsere negativen Glaubenssätze, also unsere eigenen „Wahrheiten“, die wir über Jahrzehnte perfektioniert haben, immer lauter: z.B. „Ich bin zu dick“ – „ich mache zu wenig Sport“ – „ich trinke zu viel Alkohol“ – „ich bin beziehungsunfähig“...

Diese Denkmuster, die 80 % (!) unserer täglichen Gedanken ausmachen, lassen uns glauben, dass wir perfekt sein müssen. Und der Weg dahin der ständige Selbstoptimierungswahn ist, der dafür sorgt, dass wir uns absolut nicht so lieben, wie wir sind. 

 

Gepaart mit der Tatsache, dass es uns die weihnachtlichen Versuchungen sehr schwer machen, weil wir z.B. die Sporteinheit gegen eine Shopping-Tour oder Weihnachtsmarkt eintauschen, ärgern wir uns und haben schneller Gewissensbisse. Unser innerer Kritiker ist aktiver denn je und der Stresspegel steigt mit jedem negativen Gedanken gegenüber uns selbst weiter an. 

 

Übrigens haben wir uns Baby noch pudelwohl in unserer Haut gefühlt. Aber über die Jahre haben wir dank unserer Eltern, Erziehern, Lehrern etc. gelernt, dass wir uns die Anerkennung und Liebe verdienen müssen. Und irgendwann übernimmt unser innerer Kritiker diese Aufgabe für uns, indem wir unsere eigenen Maßstäbe und Erwartungen immer höher schrauben. Sei es unser äußeres Erscheinungsbild, unsere Leistungen in der Schule, im Studium oder auf der Arbeit. Oder die Masse an Freunden und Bekanntschaften, die wir versuchen zu pflegen. 

Wie uns das yogische Prinzip „Ahimsa“ helfen kann

Jeder dieser negativen Gedanken verletzt uns also selbst und setzt sich immer tiefer in unserem Unterbewusstsein fest. Deshalb kann uns das yogische Prinzip „Ahimsa“ aus dieser Spirale helfen, das schon seit 2000 Jahren existiert. Ahimsa bedeutet Nichtverletzen/ Gewaltlosigkeit - in all seinen Facetten - und schließt Gewalt in körperlicher, aber auch in seelischer Hinsicht ein. 

 

Zuerst denken wir dabei an körperliche Gewalt zwischen Menschen. Doch ich bin überzeugt, dass wir uns den größten Schaden durch unser eigenes innerliches Abwerten und Verurteilen zufügen!

 

Als ich mich in meiner Yogalehrer-Ausbildung zum ersten Mal intensiv mit dem Prinzip auseinander setze, realisierte ich langsam, was ich mir all die Jahre zuvor selbst angetan hatte… Doch vom Erkennen dieser Tatsache hin zur nachhaltigen Veränderung der Gedankenmuster sind bei mir nochmals mehrere Jahre vergangen, bis ich lernte, liebevoller mit mir umzugehen. 

das Fest der Liebe: Ändere den Umgang mit Dir selbst!

Da Weihnachten das Fest der Liebe ist, ist diese Zeit jedoch perfekt, um Veränderungen im Umgang mit uns selbst anzustoßen, oder? Dieses Jahr, das für mich als werdende Mama ein ganz besonderes ist, habe ich beschlossen, dass ich in all dem Trubel der Welt innehalten möchte, um mir selbst Zeit zu schenken.

Kleine Tipps für Deinen Weihnachts-Alltag

Hier ein paar Tipps für mehr Ruhe & Innehalten in der Weihnachtszeit......

  • Frieden auf der YogamatteAnstatt Dir das Ziel zu setzen, noch „besser“ in den Asanas zu werden, versuche stattdessen mal, ganz bewusst Deinen Körper zu spüren und Dir das zu geben, was Du gerade brauchst. Deine Yogamatte sollte doch der Ort sein, an dem Du Dich so sein lässt, wie Du bist…
  • Erkenne Deine Glaubenssätze: Beobachte Deine Gedanken, wenn Du schlecht mit Dir umgehst. Was geht dabei in Dir vor, und wie fühlst Du Dich? Schreibe Dir diese Gedanken am besten für ein paar Tage auf, um sie am Ende der Weihnachtszeit nochmal zu lesen. So machst Du Dir bewusst, für welche Themen Du Dich selbst verletzt. Die Erkenntnis steht am Anfang…
  • Nimm Dir bewusst Auszeiten: Verwöhne Dich hin und wieder – ohne die gewohnte Ablenkung durch Smartphone, TV oder Laptop. Trinke eine Tasse Kakao, lies ein gutes Buch oder eine Zeitschrift, oder lege Dich in die Badewanne.
  • Lerne Nein zu sagen: Bevor Du ja zu einer spontanen Einladung sagst – z.B. für einen Weihnachtsmarkt-Besuch, Shopping mit einer Freundin, Kaffee bei den Eltern – spüre mal in Dich hinein, was Dir dein Herz sagt. Ein Nein kann manchmal in Deinem Sinne sein, wenn Dir Ruhe und Zeit für Dich besser tun würden!

...Weiter geht's mit Türchen Nr. 11...

Die 36-jährige Stefanie ist zertifizierte Yogalehrerin und Mama von zwei Jungs. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und unterrichtet seit über sechs Jahren mit viel Freude und Leidenschaft Yoga für den Rücken und für Kinder, Mamas und Schwangere. Sie bildet als Dozentin andere Yogalehrer für die Spezialisierungen Kinderyoga und Schwangerenyoga weiter. Auf ihrem Yogablog „Yogastern“ schreibt sie über ihren persönlichen Yogaweg und bietet Workshops und Specials zu ihren Herzensthemen an. Stefanies Motto lautet: „Liebe, Lachen, Lebensfreude.“

 

Zum Adventskalender schreibt sie eine Meditation für euch, damit ihr in der manchmal stressigen Weihnachtszeit einen Augenblick der Ruhe genießen könnt. Hier gelangt ihr zu ihrem Blog

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Wenn ihr einen Blick auf den gestrigen Beitrag werfen möchtet, kommt ihr hier zum Blog mirisway.de

Miri ist 40 Jahre alt und im Nebenberuf Yogalehrerin. Zur Zeit hauptsächlich im Yogawalking. Yoga ist ihre absolute Kraftquelle im Alltag. Ansonsten liebt sie gesundes und gutes Essen und unbedingt die Natur. Im schönen Schleswig Holstein an der Ostsee ist sie zuhause und lebt mit ihrem Mann und dem Hund sehr glücklich inmitten von schöner Natur umgeben. 

Und nun wünsche ich Dir eine wunderschöne, besinnliche Weihnachtszeit mit ganz vielen friedvollen, kleinen Auszeiten...! 

 

Namasté.



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