Mainzer Powerfrauen: Vera Kohl // dicke lilli gutes kind & Marlene

Vera Kohl - Gründerin der dicken lilli, gutes kind
Vera Kohl - Gründerin der dicken lilli, gutes kind

Raus aus der Komfortzone zu gehen und etwas Großes zu wagen: Das haben alle Frauen gemeinsam, die ich Euch in meiner neuen Serie "Mainzer Powerfrauen" vorstellen darf.

 

Vera Kohl, 33 Jahre alt, ist Gründerin der dicken lilli gutes kind, der Marlene & der dicke lilli gutes N'Eis. Über das "Warum" ihrer ersten Gründung, ihre Ziele, was sie an Mainz so schätzt und wie sie ihren Ausgleich findet, hat sie mir Spannendes erzählt...

Wer ist eigentlich Vera Kohl? 

Welcher Mainzer kennt sie nicht, die dicke lilli, gutes kind? Das süße Café, in dem es sich herrlich frühstücken und quatschen lässt, ist zu einer wahren Mainzer Institution geworden. Vera Kohl, die aufgeweckte 33-jährige Mutter, hat das Café vor 6 Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter eröffnet. 2016 kamen dann noch die "edle große Schwester" Marlene (Weinbar), und die "kleine Schwester" dicke lilli, gutes N'Eis (eine süße Eisdiele) dazu, und das alles in direkter Nähe in der gemütlichen Mainzer Gaustraße...

 

Doch welche Power-Frau verbirgt sich eigentlich hinter der Gründerin? Vera hatte bei der Eröffnung der dicken lilli so gut wie keine Ahnung von Gastronomie. Bis dahin hatte sie ein Studium in Psychologie und Filmwissenschaften in England hinter sich gebracht und einige Jahre in der TV-Branche gearbeitet. Bis sie davon genug hatte, nach Mainz zurückkam und sich, gemeinsam mit ihrer Mutter, ins kalte Wasser stürzte, um etwas Eigenes zu machen...

 

Vera ist eine unglaublich beeindruckende & starke Frau, die sehr viel in Mainz bewegt hat! Ich durfte ihr in einem Gespräch 10 Fragen stellen:

10 Fragen an Vera...

1. Was hat Dich dazu motiviert die Dicke Lilli zu gründen?

Da gab es mehrere Gründe. Ich war damals zunächst unzufrieden und hatte immer weniger Spaß in meinem Job in der Fernseh-Branche. Ich hatte das Gefühl, die Leute in der Branchen halten zwar viel von sich, aber geben anderen Menschen dabei sehr wenig. Mein Wunsch war es, etwas Reales zu machen, das ich liebe, das bodenständig ist und womit ich Menschen etwas geben kann. Auf der anderen Seite war es die Motivation, wieder nach Mainz zurückzugehen, da damals meine ganze Familie, die bis dahin in der Welt verstreut lebte, wieder nach Mainz zurück zog. Und so beschlossen meine Mutter und ich gemeinsam ein Café zu eröffnen. Dass man zusammen mit seiner Mutter gründet, mag für viele ungewöhnlich klingen. Aber wir hatten immer ein Verhältnis auf Augenhöhe und die gleichen Einstellungen, sodass wir in all den Jahren, trotz der engen Zusammenarbeit, keine wirklichen Konflikte miteinander hatten. 

 

2. Welche Vision hast Du für Deine berufliche Zukunft? 

Als ich die Lilli eröffnet habe, konnte ich mir nicht vorstellen, je einen zweiten Laden aufzumachen. Bis die Marlene 4 Jahre später dazu kam. Und jetzt denke ich auch, ich bräuchte nicht noch einen Laden. Aber in einem Jahr sehe ich das vielleicht wieder anders. Aber ich kann mir definitiv nicht vorstellen, meine Läden wieder aufzugeben. Dennoch hätte ich meinen Arbeitsalltag gerne etwas organisierter und strukturierter, sodass ich etwas von diesem Day-to-Day Business abgeben kann. Dazu würde ich mir irgendwann gerne ein schönes Büro für ein kleines Team einrichten.

 

3. Wer ist Dein größter Mentor?  

Mein Vater. Das ist mir aber jetzt erst bewusst geworden, seitdem ich selbstständig bin. Mein Vater hatte immer eigene Firmen und so habe ich miterlebt, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Und ich habe mitbekommen, wie toll er mit seinen Mitarbeitern umgeht - auf Augenhöhe - und habe mir das -wohl unbewusst- bei ihm abgeschaut. Wir haben eine sehr familiäre Umgangsart mit unseren Mitarbeitern...

 

4. Was sind Deine größten Herausforderungen im Alltag? 

Das ist gerade mein Zeitmanagement, denn Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen ist eine echte Herausforderung. Morgens bringe ich erstmal meine Tochter in den Kindergarten und fahre dann in die dicke lilli. Dort erzählen mir meine Mitarbeiter erstmal, was alles fehlt, kaputt ist, gemacht werden muss etc. Dann fahre ich ins Büro, wo ich ein paar Stunden arbeite, bevor ich dann mit heißen Reifen zum Kindergarten fahre, um die Kleine abzuholen. Nachmittags bin ich für sie da, aber kümmere mich parallel natürlich auch um einige Dinge, die dringend erledigt werden müssen. Und gleichzeitig versuche ich, die nötige Geduld und Energie für meine Tochter aufzubringen. Es ist also nicht so leicht, die Selbstständigkeit und ein Kind unter einen Hut zu bringen. 

 

5. Welche sind Deine Ziele für 2018? 

Ich möchte gerne privat ein ausgeglicheneres Leben hinbekommen. In beruflicher Hinsicht gilt es für mich, die Anfangsphase der Marlene und der dicken lilli, gutes N'Eis zu überwinden. 

 

6. Was macht Dich an Deinem Beruf besonders glücklich? 

Das pure Glück ist es, wenn ich morgens ganz alleine in meinen Läden bin, und mich in aller Ruhe umschauen kann. Wir haben jedes Detail ausgesucht und es ist in diesen Momenten so ein überwältigendes Gefühl, dass ich mir nicht vorstellen kann, das irgendwann aus der Hand zu geben. 

 

7. Was gefällt Dir an Mainz als Standort besonders? 

Wenn Du mir damals, als ich in London war, gesagt hättest, dass ich irgendwann nach Mainz zurückgehe, hätte ich gesagt "jaaaa, genau...;)"! Aber Mainz hat sich bis 2012, aber bis 2018, noch mehr verändert. Früher war Mainz die Stadt, in der studiert wurde, und danach kaum jemand geblieben ist. Heute gibt es 1000 Gründe, warum man nach dem Studium in Mainz bleiben sollte. Gastronomisch hat Mainz super coole Sachen, und auch kleine Agenturen etc. Es gibt hier einen tollen Spirit und alle sind irgendwie miteinander verbunden. 

 

8. An welchem Ort in Mainz kannst Du am besten entspannen? 

Wir sind kürzlich in die Neustadt gezogen. Ich liebe es unten auf den Treppen am Rhein (hinter der Caponniere) zu sitzen, und das Wasser an mir vorbeiziehen zu lassen. 

 

9. Wie findest Du Deinen Ausgleich? 

Mein Kind hat mir in der Hinsicht total geholfen. Wäre ich nicht schwanger geworden, ich hätte weiter so viel gepowert und 18 Stunden am Tag gearbeitet. So hat sie meine Prioritäten auf den Kopf gestellt. Sie ist mein absoluter Ausgleich zur Arbeit und erdet mich. Ansonsten versuche ich Sport zu machen, wenn sie schläft. Zwei Mal pro Woche mache ich ein kurzes HIT Training, weil es schnell geht und einen echt guten Effekt hat, und ich versuche das auch beizubehalten. 

 

10. Hast Du schon mal Yoga ausprobiert? 

Ja, damals in London, aber das war mir zu gechillt. Ich bin eine recht aufgedrehte und energiegeladene Person und möchte, wenn ich etwas mache, schwitzen und Muskelkater danach haben. Damals im Yoga ging es viel um die Atmung, Traumreise usw. Das war dann nicht so meins. Trotzdem ist es immer wieder etwas, worüber ich nachdenke und es mal ausprobieren möchte.

Vera, ganz herzlichen Dank für das offene Gespräch! 


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