Stimmtraining: Ein Erfahrungsbericht meiner kleinen "Transformation"

Foto: www.parallel-dream.de
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Ich habe 5 wahnsinnig intensive Tage Stimmtraining hinter mir, die sich wie eine kleine geistige (und körperliche) Transformation anfühlen. Neben Stimmtraining bestanden die Tage aus intensivem Coaching & Feedback, Persönlichkeitsentwicklung und sogar Hypnose ;). Und weil diese Fortbildung so wertvoll und erfüllend für mich war, möchte ich Euch mit diesem Bericht von Herzen daran teilhaben lassen und inspirieren...

Was ist eigentlich ein Stimm- und Sprechtraining für Yogalehrer?

  1. In diesem Training waren Körper, Atmung und die Stimme das Fundament, mit dem wir uns die ersten 1-2 Tage intensiv befasst haben. Wir haben u.a. viele tolle Übungen gelernt, wie wir unsere Atemmuskulatur lockern und dehnen können, wie man mehr Klangraum im Mund schafft, und wie man einen volle, klare Stimme aus dem Bauch heraus erzeugt. 
  2. Darauf aufbauend haben wir uns damit beschäftigt, wie das Anleiten von Kursen als Yogalehrerin wirklich klar, präzise und verständlich wird. Für mich war das Thema besonders wichtig, weil ich oft gestresst und kurzatmig aus Yogakursen gehe. Und so ist mir bewusst geworden: Ich erkläre oft zu viel auf einmal, und lasse mir zu wenig Zeit für Pausen und meine eigene Atmung.
  3. Wir haben uns darauf aufbauend damit befasst, ein sinnvolles Thema für Yogakurse zu erarbeiten, vorzutragen (letzten Endes ist das Unterrichten auch eine Form der Präsentation) und in die Asana-Praxis einzuflechten. Denn genau das macht den Unterschied, wie bereichert und erfüllt sich Yoga-Schüler nach der Praxis fühlen. Oder?
  4. Am Ende haben wir all das, was wir in den 5 Tagen gelernt haben, in einer neu konzipierten Yoga-Einheit vor der Gruppe ausprobiert und konstitutives Feedback bekommen, für das ich super dankbar bin! Denn selten bekomme ich die Chance auf differenzierte, klare Ideen, die meine Stunden noch besser machen ☺️.

Ich bin vor allem unglaublich dankbar für das offene und konstruktive Feedback, das ich immer wieder von Johanna und der ganzen Gruppe bekommen habe. 

Wer steckt hinter der Ausbilderin Johanna Van Löchtern? 

Geleitet wurde das Stimmtraining von Johanna Van Löchtern aus Hamburg, ausgebildete Schauspielerin, Stimmtrainerin, Yogalehrerin und systemischer Coach. Gerade einmal 29 Jahre alt, doch voller Wissen und Lebenserfahrung, strahlt sie eine faszinierende Weisheit und Ruhe aus. Ihre Stimme hat mich schon vor unserem Kennenlernen in ihrem Podcast (hier entlang zu ihrem Podcast) gepackt. Doch noch mehr haben mich ihre wache Präsenz und ihr selbstsicheres, geerdetes Auftreten beeindruckt. Johanna hat auf ihre strukturierte, professionelle Art einen Raum geschaffen, in dem wir uns öffnen und fallen lassen konnten, und unglaublich wachsen durften. Sie ist immer wieder ganz sensibel und flexibel auf unsere Bedürfnisse und Wünsche eingegangen, und hat diese 5 Tage so unfassbar wertvoll gemacht (Johannas Webseite).

 

Kurzum:  Ich bin ein riesiger Fan von Johanna geworden und kann Euch allen ihr Training nur empfehlen! 

Die beste Trainerin: Johanna Van Löchtern
Die beste Trainerin: Johanna Van Löchtern

Wie waren die Rahmenbedingungen des Trainings? 

Das Training fand über 5 ganze Tage im Wiesbadener „Unit Yoga“ Studio statt, in dem ich auch meine 200h Yogalehrer-Ausbildung gemacht habe. Wir waren eine kleine Gruppe von 5 unterschiedlichen Frauen und der Trainerin – und fühlten uns nach 2 Tagen fast wie eine kleine Familie! In der Mittagspause haben wir oft die Gelegenheit für tiefere Gespräche genutzt, oder manchmal auch einfach nur die Augen zugemacht, weil so ein Training auch seeehr müde macht…

 Meine 6 wichtigsten Erkenntnisse des Trainings

  1. STIMMLAGE: Meine natürliche Stimmlage ist deutlich tiefer. Überraschend, und gleichzeitig erleichternd. Meine Stimme wird lauter, klarer, und auch ruhiger. Es kostet mich weniger Kraft, laut zu sprechen, zum Beispiel in vollen Bars. Warum Frauen oft über Jahre höher sprechen? Weil uns eine höhere Stimme vermeintlich „freundlicher“, „süßer“ oder „zarter“ wirken lässt. Vermeintlich.
  2. AUS DEM BAUCH HERAUS: Wenn ich nervös oder gestresst war, habe ich ziemlich flach und nicht mehr in den Bauch geatmet. Dadurch klingt die Stimme hoch und anstrengend, schon leicht „kehlig“ und flatterhaft“. Ich weiß nun, wie ich meine Bauchatmung unter Nervosität bewusst für einen ruhige, tiefe Stimme nutzen kann. Außerdem lispele ich leicht, wenn ich leise und angespannt spreche. Verrückt! 
  3. SPRECHPAUSEN: Ich erlaube mir mehr Atem- und Sprechpausen, die mir früher unangenehm erschienen. Dabei nehme ich seitdem ganz deutlich wahr, wie bedeutend Pausen in Gesprächen, aber auch beim Yoga Unterrichten werden können.
  4. MINDFUCK ALL DAY LONG: In einer spannenden Übung habe ich herausgefunden, dass ich ein „Gedanken-dominierter“ Mensch bin. Ich neige dazu, mich ständig in Gedankenspiralen zu bewegen, aus denen ich schwer herauskomme. Meine Erkenntnis: Ich werde meine Gedanken von nun an noch genauer beobachten und mir innerlich ein Stoppschild setzen, wenn die Gedanken destruktiv und negativ werden, um raus aus meinen Gedankenmustern zu kommen!   
  5. PERSÖNLICH WERDEN: Vor dem Training war ich der festen Überzeugung, dass ich als Yogalehrerin in meinen Kursen keinen Raum als Person einnehmen darf, um meine Schüler nicht von sich „abzulenken“. Natürlich geht es im Kurs immer an erste Stelle um meine Schüler. Doch die vielleicht wertvollste Erkenntnis war deshalb für mich: Ich darf Raum einnehmen, um meine persönlichen Erfahrungen auf meinem Yogaweg mit meinen Schülern zu teilen und auf diese Weise inspirieren, und ihnen Orientierung auf ihrem eigenen Weg geben. 
  6. BLICKKONTAKT UND HALTUNG: In verschiedenen (stillen) Übungen haben wir unsere Wirkung / Ausstrahlung in einem Raum und auch beim Betreten eines Raums voll von Menschen erspürt und gegenseitig beobachtet. Dabei waren wir alle überrascht, wie Menschen schon Nuancen der Unsicherheit wahrnehmen können, ohne dass wir uns darüber selbst in diesem Moment bewusst sind. Meine Erkenntnis: Ein direkter Blick und ein offenes Lächeln kommen direkt bei meinen Schülern an und werden gleich erwidert, sodass sich meine Unsicherheit, Sorgen und Ängste schnell wieder auflösen!

MEIN FAZIT: ES WAR SO WERTVOLL & TRANSFORMIEREND! 

All die Erkenntnisse, die ich während der gemeinsamen Zeit hatte, haben eine wahre Transformation in meinen Gedankenprozessen in Gang gesetzt, für die ich unglaublich dankbar bin. Ich fühle mich selbstsicher, ruhiger, gestärkt in meiner Stimme und meinem ganzen Auftreten. Ich unterrichte wesentlich ruhiger und klarer, und fühle mich weniger gestresst beim Unterrichten.

 

In dieser Zeit habe ich unfassbar viele Tränen vergossen – aus schmerzhaften Erinnerungen, die in mir hochkamen, aus überraschenden Erkenntnissen über mich selbst, aus Mitgefühl mit den anderen wundervollen Frauen - und oft waren es auch Tränen, weil wir so herzhaft lachen mussten…!

 

Und zu guter Letzt ich wünsche mir, dass sich mein Gedächtnis hier nicht wie ein Sieb verhält, sondern dass ich mich auch in 10 Jahren noch daran erinnern kann, was ich aus dem Stimmtraining mitgenommen habe. Wenn Du Dich nun ebenfalls dafür interessiert: Probiere es unbedingt aus, es lohnt sich! :)

Namasté.

(Werbung unbezahlt / unbeauftragt / aus Überzeugung :))

Beim gemeinsamen Tee in der Pause...
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